Es war schon ’mal besser

Es gab bessere Jahre als 2020. Nicht nur wir hätten uns das ablaufende Jahr ganz anders gewünscht. Für unsere Mitglieder, unsere Partner:innen im Netzwerk, unsere Kolleg:innen und Ehrenämtler:innen – für jeden von uns ganz persönlich.

Trotz alledem

Wir konnten uns auch 2020 aufeinander verlassen. Die Mitglieder des AiF-Forschungsnetzes haben ihre Erfahrungen und ihr anwendungsorientiertes Wissen genutzt. Von der Herstellung von Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung über Logistik bis zum Virentest waren die AiF-Forschungsvereinigungen und deren Partner:innen schon zu Beginn der Pandemie aktiv. Viele Unternehmen im AiF-Netzwerk, die Schutzausrüstungen wie Masken, Partikelfilter, Schutzbrillen oder -anzüge herstellen, haben rasch deutlich mehr produziert als sonst. Andere, die in „normalen“ Zeiten Chemikalien, Lacke oder Alkoholika herstellen, haben auf die Produktion von Desinfektionsmitteln umgestellt. Auch Versuchsanlagen wurden temporär umfunktioniert, um im Kampf gegen das Virus notwendige Produkte oder Komponenten herzustellen, beispielsweise notwendige Komponenten für dringend benötigte Schutzvisiere für den Klinikbetrieb. Besonders bemerkenswert: Auch Studierende haben sich rund um die Uhr an allen Arbeiten im Schichtbetrieb beteiligt.

Innovieren ist nicht immer leicht  – hilft aber

Mittelständler, die früher schon innovativ waren, reagieren auch auf die Corona-Krise häufiger mit Innovationen; dabei sind insbesondere Dienstleistungsunternehmen und kleine Unternehmen besonders innovativ. „Not macht erfinderisch“ – sagt dazu die KfW, die ihre Beobachtungen und Einschätzungen in verschiedenen Dossiers auf ihrer Website veröffentlicht.
Zweifelsohne zwingt die derzeitige globale Krise viele Mittelständler dazu, ihre Investitionsvorhaben auf Eis zu legen. Nicht nur die unsichere wirtschaftliche Lage lässt die Unternehmer:innen zögern. Häufig sind dafür auch schlichtweg keine finanziellen Mittel mehr vorhanden. Denn Gelder, die für Investitionen im Jahr 2020 eingeplant waren, mussten oftmals schon in den ersten Monaten des Jahres eingesetzt werden, um Corona-bedingte Liquiditätsengpässe auszugleichen. Die Durchführung längerfristiger und weitreichender Innovationsvorhaben wird damit in vielen Unternehmen schwierig. Auf der anderen Seite spielen Forschung und Entwicklung eine existenzielle Rolle bei der Bekämpfung der aktuellen Krise. Zudem kommen innovative Unternehmen besser durch Krisenzeiten – dies bestätigen Erfahrungen aus der Finanzkrise 2008/2009.

Das ist gut

Mittelständler konnten auch in 2020 auf die Förderprogramme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) – darunter die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) – zählen: Beide Programme liefen auch in diesem Jahr trotz COVID-19-Pandemie wie gewohnt weiter. Anträge und Nachfragen zur IGF konnten jederzeit an die AiF gerichtet werden und was schon im Frühjahr erkennbar war, hat sich im Laufe des Jahres bestätigt: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bleiben in der Corona-Krise innovationswillig. Die Antragszahlen in der IGF lagen im gesamten Jahr 2020 stabil bei rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gut ist, dass es dafür jetzt auch mehr Geld gibt. Aus dem Nachtragshaushalt 2020 stehen für die IGF zusätzliche Gelder in Millionenhöhe zur Verfügung und für 2021 sind 200 Millionen Euro für Projekte der IGF vorgesehen. Auch die Finanzmittel im ZIM, dessen Fördersäule FuE-Kooperationsprojekte seit 2008 von der AiF-Projekt GmbH betreut wird, sind auf 635 Millionen Euro gewachsen.

Das war anders

Viele Veranstaltungen im AiF-Netzwerk und bei unseren Partnerorganisationen fanden in diesem Jahr digital statt oder mussten ausfallen, so wie der Innovationstag Mittelstand des BMWi, der seit vielen Jahren traditionsgemäß auf dem Gelände der AiF-Tochter AiF Projekt GmbH in Berlin stattfindet. Wir hoffen, dass wir uns dafür alle am 10. Juni 2021 „auf der grünen Wiese“ in Berlin-Pankow wiedertreffen!

2020 haben wir digital dazugelernt. Was noch am Anfang des Jahres keiner ahnen konnte – und wir auch nicht für möglich gehalten hätten: Die AiF-Image-Veranstaltung und die damit verbundene Verleihung des Otto von Guericke-Preises wurde via Live-Stream aus dem Kölner Schokoladenmuseum übertragen und erreichte dadurch Hunderte von interessierten Zuschauern. Eine neue, aufregende und tolle Erfahrung für uns.

Wir haben unter neuen Bedingungen arbeiten müssen: Im März, in der ersten Phase der Lockdowns, haben wir aus vielen einzelnen Homeoffices heraus gemeinsam die AiF-Website und die Websites der beiden AiF-Töchter gelauncht. Das war ein tolles Erlebnis für uns und wir waren sehr glücklich, dass alles geklappt hat!

Das wünschen wir allen

Unsere Netzwerk-Partner:innen und Kolleg:innen haben wir im laufenden Jahr 2020 hauptsächlich am Bildschirm getroffen. Für die Zukunft freuen wir uns darauf, Sie/euch auch wieder analog vor Augen zu haben.
Zum Jahresende wünschen wir allen Leser:innen eine ruhige, glückliche und gesunde Zeit mit all‘ denen, die Ihnen/euch lieb und teuer sind.

Foto: © pexels-karolina-grabowska

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