Otto wer?

Otto von Guericke ist der Namenspatron der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen, kurz: AiF. Auch der AiF-Forschungspreis ist nach ihm benannt.

Otto von Guericke passt gut zur AiF; seine Interessen waren so vielfältig wie die Themen der Forschungsprojekte, die in unserem Netzwerk stattfinden. Er besaß viele Talente und Interessen, war Diplomat, Bürgermeister, Jurist, Physiker und Erfinder. Berühmt wurde er für seine Untersuchungen zur Pneumatik.

„Das wollen wir doch einmal auf einen Versuch ankommen lassen.“
Otto von Guericke

Von Guericke war auch einer der ersten Öffentlichkeitsarbeiter für die Wissenschaft: Sein spektakulärer Versuch mit den Magdeburger Halbkugeln, für den er Gespanne mit bis zu 30 Pferden auffahren ließ, war ein echter Hingucker im 17. Jahrhundert. Öffentlichkeitswirksam bewies er damit die Existenz der Erdatmosphäre und die Kraft des Vakuums: Er befreite die Menschheit von dem so genannten Horror vacui, der Abneigung vor dem leeren Raum. Nebenbei erfand das Multitalent auch die Luftpumpe – Radfahrers Glück! Die Originalhalbkugeln und die Luftpumpe können noch heute im Deutschen Museum in München bewundert werden.

Die Otto von Guericke-Preisträger sind genauso neugierig auf Neues wie der namensgebende Otto es vor knapp 400 Jahren war und ihre Forschungsprojekte sind thematisch breit gefächert: Das Spektrum umfasste allein in den letzten Jahren ISO-standardisierte Diagnostikmethoden für sichere Lebensmittel, medizinische Therapiegeräte für Kinder und innovative Bauteile, die für sicheren Halt im Schiffbau sorgen (und nebenbei auch in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden können). Mehr dazu in Print und Video gibt es auf der AiF-Website.

Auch in diesem Jahr sind wieder drei Teams für den AiF-Forschungspreis nominiert. In ihren Forschungsprojekten geht es diesmal um Hautkrebsfrüherkennung, um die passgenaue Herstellung von Implantaten und um Rotorblätter von Windkraftanlagen:

„Eigentlich ist es ganz einfach: Wir projizieren Muster in verschiedenen Farben auf ein Objekt und schauen dann, ob die Muster verzerrt oder anderweitig verändert werden.“
Dr. Karl Stock

Der Ulmer Wissenschaftler Dr. Karl Stock und sein Team haben eine Methode entwickelt, mit der schwarzer Hautkrebs früher als bisher entdeckt werden kann. Ein besonderer Lichtblick: Die Methode ist so unkompliziert wie kostengünstig, dass sie demnächst von jedem niedergelassenen Hausarzt angewandt werden könnte. Wie es genau geht, erklärt Teamleiter Stock im Interview:

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„Gewebe, Sehnen, Muskeln, Nerven – letztendlich sind das auch nichts anderes als Fasern. Da mussten wir unsere Erfahrungen mit Textilien und Verbundwerkstoffen nur noch auf die Medizin übertragen.“ Dipl.-Ing. Ronny Brünler

Die beiden Dresdner Ingenieure Ronny Brünler und Philipp Schegner lassen individuelle Gefäßimplantate in konventionellen Webmaschinen herstellen. Davon profitieren beispielsweise Patienten, die neue Herzklappen oder Stents benötigen. Ronny Brünler beschreibt im Interview, wie schnell und einfach die neue Methode im Gegensatz zur konventionellen Herangehensweise ist.

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„Jeder Tag, an dem eine defekte Windkraftanlage stillsteht, liefert keine Energie und kostet die Betreiber rund 2.000 €. Deshalb haben wir eine Vakuumhaube für die Reparatur von Rotorblättern entwickelt – damit läuft es wieder rund.“
Dr. Jana Fiedler

Dass Windenergieanlagen in den kälteren Monaten öfter stillstehen, fanden Dr. Jana Fiedler und ihre Teamkollegen suboptimal. Gemeinsam haben sie dafür gesorgt, dass die Anlagen jetzt an rund 60 Tagen zusätzlich pro Jahr laufen können. Wie die Hallenser das geschafft haben, erzählt die Ingenieurin im Interview:

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Die Kontaktdaten der Nominierten und kurze Projektbeschreibungen gibt es auch auf unserer Website.

Bitte vormerken und dann einschalten: 28. Oktober 2020; 18:00 Uhr; www.aif.de/ovg-2020

Welches der drei Projekte das IGF-Projekt des Jahres 2020 wird und welches Team damit den Otto von Guericke-Preis 2020 erhält, erfahren wir alle am 28. Oktober 2020 im Rahmen einer Online-Live-Veranstaltung. Den Link finden Sie am Veranstaltungstag auf www.aif.de/ovg-2020. Wir sind gespannt und freuen uns, wenn Sie virtuell dabei sind!

Evelyn Bargs-Stahl

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